Asana im Fokus: Stress abbauen mit der Taube

By Marita Matzk | Asana im Fokus

Die Haltung der "Taube" und die Yogafolge im unten verlinkten Video kann allen gestressten Schreibtisch-Tätern beim Runterkommen, Klarer-Sehen, Konzentrieren und Wieder-im Körper-Ankommen gute Dienste leisten.

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Ich wurde gefragt, ob ich einen Yoga-Beitrag zum Alumni-Newsletter der Palucca Hochschule für Tanz schreiben kann. Thema: Tipps zum Schreiben und Verwalten von Förderanträgen. Da diese Thematik für mich einer der Gründe war, dem Broterwerb als Freelancer-Choreografin vorerst den Rücken zu kehren, habe ich natürlich sofort ja gesagt ;).

Denn ich weiß, was eine Antragstellung bedeuten kann: Ungewohnte Schreibtischarbeit, Wälzen von Richtlinien und Bestimmungen, Unsicherheit beim Aufstellen und Umschichten von Zahlenkolonnen… ein im besten Falle komfortzonen-erweiterndes Stresserlebnis also. Die Aussichten auf nach-der-Antragsabgabe sind oft auch nicht so berauschend: warten, warten, warten. Sich ggf. schonmal kümmern um einen Ersatzjob im Falle einer Ablehnung. Bei einer Teil-Bewilligung neu-organisieren, Bereitschaften abfragen, entscheiden ob es trotzdem geht… Da kann einem das Visualisieren eines positiven Ergebnisses zwischenzeitlich schonmal schwerfallen. (Hilft aber. Genau wie die anderen Tipps in diesem Post 😉 ).

Kennst du das? Morgen (oder heute) ist Förderantrags-Abgabetermin, irgendwie fühlt sich noch nichts so richtig "rund" an, bei einem Feld im Antragsformular fragst du dich noch immer, was dort wohl gemeint ist, und Buchstaben und Zahlen verschwimmen langsam vor den Augen…

Dann ist es höchste Zeit für eine PAUSE! Auch -und besonders! wenn es sich gerade weltfremd anfühlt, etwas anderes zu tun, als dieses Ding so schnell wie möglich seiner Vollendung entgegenzutreiben.

Da du sowieso schon die ganze Zeit am Schreibtisch saßt, kann es aber gern auch eine bewegte Pause sein. Keine Haltung eignet sich hierfür besser als die Königstaube (Eka Pada Rajakapotasana) und ihre Variationen*:

Wirkungen:

Die Haltung der Beine und des Beckens bewirkt eine Dehnung der Oberschenkel-Außenseiten bis tief in die Gesäßmuskulatur hinein.** Sie zählt unter den sogenannten "Hüftöffnern" und kann bei regelmäßigem, entspanntem Üben die Fähigkeit zur Außenrotation fördern. Gleichzeitig dehnt sie die Leiste und die Vorderseite des Oberschenkel und kann langfristig sogar die Länge des Darmbein-Oberschenkel-Bandes beeinflussen, was die Aufrichtung des Beckens erleichtert und bestimmt, wie weit das Bein sich rückwärts heben lässt. Einige Variationen wirken zudem auf die Öffnung des Brustkorbes.

Die seitliche Dehnung folgt über weite Teile dem Verlauf des Gallenblasenmeridians der Traditionellen Chinesischen Medizin. Da dieser Meridian auf Ärger und Stress reagiert, können in der Dehnung diese Emotionen frei werden und "hoch kommen", um hinterher wieder einer gelösten, friedlichen Grundstimmung und der Fähigkeit zu klarem Denken Platz zu machen. Aber auch andere Emotionen werden manchmal in der tiefen Beckenmuskulatur im Körpergedächtnis "gespeichert" und können durch die Dehnung frei werden: Vielleicht fühlst du dich auf einmal traurig, vielleicht enthusiastisch - was auch immer hochkommt, lass es zu und gib dieser Emotion Raum. Mit der Zeit und während die Dehnung die Muskelspannung senkt, entsteht auch Raum für geistig-emotionale Ent-Spannung.

Und so geht´s:

  • Aus dem Vierfüßlerstand oder dem herabschauenden Hund kommend, lege das linke Knie und den Unterschenkel zwischen deinen Händen am Boden ab. Das rechte Bein legt sich mit Fußrücken und Unterschenkel lang hinter dir zum Boden.
  • Stütze dich währenddessen noch gut mit den Händen ab, so dass das Gewicht des Beckens keine Hebelwirkung bzw. Scherkräfte auf das Knie ausüben kann.***
  • Lass dein Becken sanft am Boden ankommen - oder leg eine mehrmals gefaltete Decke unter deine linke Pobacke, wenn sich das stimmiger anfühlt oder das Knie sich sonst unwohl fühlt.
  • Das Becken darf sich dabei erstmal seitlich öffnen, bis die linke Pobacke gut am Boden angekommen oder von der Decke unterstützt ist. Danach kannst du die rechte Beckenseite wieder etwas mehr nach vorn bringen und ggf. mit der Decke nachjustieren.

Generell gilt: lieber eine "unperfektere" (aber ebenso wirkungsvolle) seitlich geöffnete Haltung, als mit lehrbuchmäßig gerade nach vorn ausgerichtetem Becken einen dumpfen oder stechenden Schmerz im Knie zu ignorieren und einen Knieschaden zu provozieren!

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